Digitale Aktivierungsplattform für informelle und formelle Betreuungspersonen in der Langzeitpflege: Eine prä-post-Studie mit Kontrollgruppe zur Untersuchung der personenzentrierten Versorgung
Die zunehmende Alterung der Bevölkerung und die steigende Zahl von Bewohner*innen mit körperlichen und kognitiven Einschränkungen stellen Langzeitpflegeeinrichtungen vor großen Herausforderungen. Bis 2030 werden in Österreich rund 42.000 zusätzliche Pflege- und Betreuungspersonen benötigt, um die Versorgungsqualität zu sichern. Gleichzeitig nehmen informelle Betreuungsressourcen, beispielsweise durch Angehörige, kontinuierlich ab. Dadurch wird die Bereitstellung individueller und alltagsnaher Betreuungsangebote zunehmend erschwert.
Vor diesem Hintergrund gewinnen digitale Technologien zunehmend an Bedeutung, um formelle und informelle Betreuungspersonen bei der Umsetzung einer personenzentrierten Versorgung zu unterstützen. Das Potenzial solcher Technologien wurde für die Langzeitpflege bislang nur begrenzt untersucht.
Daher widmet sich das vorliegende Projekt „EngageLTCdigital“ der FH Gesundheitsberufe OÖ GmbH gemeinsam mit dem Start-up-Unternehmen PflegeZeit – Den Menschen sehen GmbH, der Untersuchung des Einflusses einer digitalen Aktivierungsplattform auf informelle und formelle Betreuungspersonen in der Langzeitpflege. Ziel ist es zu prüfen, ob der Einsatz der Plattform über einen Zeitraum von zwölf Wochen zu Veränderungen in der personenzentrierten Versorgung (primärer Endpunkt) sowie in der Kultursensibilität, den Nutzer*innen-Erfahrungen, der Nutzungsintensität und der Erweiterung biografischer Daten im Betreuungsalltag (sekundäre Endpunkte) führt.
Zur Evaluation wird eine multizentrische, offene, quasi-experimentelle Prä-Post-Studie mit Kontrollgruppe durchgeführt. Die Interventionsgruppe nutzt die Aktivierungsplattform über einen Zeitraum von drei Monaten im Betreuungsalltag. Die Plattform stellt individuelle Aktivierungs- und Beschäftigungsangebote bereit, die auf den Interessen, Bedürfnissen und biografischen Informationen der Bewohner*innen basieren. Die Kontrollgruppe erhält im selben Zeitraum die übliche Betreuung ohne Zugang zur Plattform.
Die Ergebnisse sollen Erkenntnisse zum Beitrag digitaler Technologien für die personenzentrierte Versorgung in der Langzeitpflege liefern.
FAIR Statement
Die Studie wurde vom Institutionellen Ethikboard (IEB) der FH Gesundheitsberufe OÖ GmbH positiv bewertet und freigegeben. Zudem ist die Studie auf ClinicalTrials.gov registriert (NCT07780071). Nach Abschluss der Studie und Veröffentlichung der Ergebnisse werden die Studiendaten über ClinicalTrials.gov der wissenschaftlichen Community zur Verfügung gestellt.

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) ist die nationale Förderinstitution für die unternehmensnahe Forschung und Entwicklung in Österreich. Förderungen der FFG tragen maßgeblich dazu bei, neues Wissen zu generieren, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und damit am Weltmarkt wettbewerbsfähiger zu sein.
Förderschiene: FFG Impact Innovation

Projektteam
Janine Julia Hörzig BScN MSc (ANP)
Mitglied des Lehr- und Forschungspersonals, Kurie Lehr- und Forschungspersonal
Sebastian Rosendahl Huber MScN
Lehre und Forschung Pflegewissenschaft, Wissenschaftliches Mitglied des institutionellen Ethikboards
Julia Wild BSc MSc
Zentrum Interprofessionalität, Mitglied des Lehr- und Forschungspersonals, Mediendidaktik Koordination, Betriebsrat (Ersatz)
FH-Prof. Aff. Hon. Asst. Prof. Dr. Bernhard Schwartz BSc MSc
Leitung Forschung und Entwicklung, Wissenschaftliches und biometrisches Mitglied des institutionellen Ethikboards




