Abgebrochene Haus- und Praxisgeburt

Während die mütterliche und neonatale Morbidität und Mortalität bei klinisch und außerklinisch durchgeführten Geburten in unterschiedlichsten Studien analysiert wurden, ist die Datenlage zum mütterlichen und neonatalen Outcome bei abgebrochenen Haus- und Praxisgeburten kaum aufbereitet und stark limitiert. Die Analyse der Ergebnisqualität nach abgebrochener Hausgeburt liefert wichtige Informationen zur Prozessqualität der außerklinischen Geburtshilfe.

Laufzeit: 12.03.2021 — 30.06.2021

Wenngleich in Österreich beinahe alle Frauen im klinischen Setting entbinden, hält sich der Anteil der außerklinisch stattfindenden Geburten bei rund 1,5%. Dem österreichischen Hebammengesetz zufolge stellen eine unauffällige Anamnese und eine physiologisch und regelrecht verlaufende Schwangerschaft der Frau Voraussetzungen für eine Geburt im außerklinischen Setting dar. Bei Verdacht oder Auftreten auf Regelwidrigkeiten oder gefahrdrohenden Zuständen ist die Hausgeburt abzubrechen und die Gebärende unverzüglich in eine Klinik zu verlegen. Dieser gesetzliche Rahmen ist eine wesentliche Grundlage, die potenziellen Risiken einer Hausgeburt für Mutter und Kind maßgeblich zu minimieren.

Während die mütterliche und neonatale Morbidität und Mortalität bei klinisch und außerklinisch durchgeführten Geburten in unterschiedlichsten Studien analysiert wurden, ist die Datenlage zum mütterlichen und neonatalen Outcome bei abgebrochenen Haus- und Praxisgeburten kaum aufbereitet und stark limitiert. Die Analyse der Ergebnisqualität nach abgebrochener Hausgeburt liefert wichtige Informationen zur Prozessqualität der außerklinischen Geburtshilfe.

Mit der Intention, einen Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücke zu leisten, wurden folgende forschungsleitenden Fragestellungen definiert:

Wie hoch sind die Raten an neonatalen Morbiditäten und Mortalitäten nach abgebrochener Hausgeburt?

Wie hoch sind die Raten an mütterlichen Morbiditäten und Mortalitäten nach abgebrochener Hausgeburt?

Als Methode wird eine retrospektive Datenerhebung und Auswertung aus dem Geburtenregister Österreich gewählt. Für die vorliegende Arbeit werden die Daten aller abgebrochenen Haus- und Praxisgeburten im Zeitraum von 2016 bis 2020 herangezogen. Diese werden mit vorab definierten Variablen in Beziehung gesetzt.

Die statistische Datenauswertung soll mittels (1) deskriptiver Abbildung der Häufigkeiten, (2) bivariater Analysen und (3) Anwendung multinomialer Regressionsmodelle erfolgen.

Projektteam

DI Sabrina Neururer, PhD (IET)

DDr. Patrick Stelzl (IET)

Partner