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Innovative Lehre zu Schluckstörungen im Studiengang Logopädie an der FH Gesundheitsberufe OÖ

Zwei Personen sitzen nebeneinander an einem Tisch in einem Innenraum. Beide tragen dunkle Schutzbrillen und violette Einweghandschuhe. Jede Person hält einen Löffel und einen kleinen Becher mit einer Speise. Die Personen führen den Löffel zum Mund. Sie tragen dunkle Kleidung. Der Hintergrund wirkt neutral und hell. Fotocredit: FH Gesundheitsberufe OÖ Fotocredit: FH Gesundheitsberufe OÖ

Schluckbeschwerden treten häufig im höheren Alter auf. Sie entstehen oft nach einem Schlaganfall, bei der Parkinson-Krankheit oder bei Veränderungen an Zunge, Rachen, Kiefer oder Kehlkopf – etwa durch Tumore. Auch viele Menschen mit Demenz sind betroffen. Fachleute nennen diese Beschwerden „Dysphagien“. Die Arbeit mit Betroffenen ist ein Tätigkeitsbereich in der Logopädie. Deshalb hat die FH Gesundheitsberufe OÖ das Logopädie-Studium modernisiert und praxisnäher gestaltet.

Bleiben Schluckbeschwerden unbehandelt, können Speisen oder Flüssigkeiten in die Atemwege gelangen. Das kann ernste gesundheitliche Folgen haben, wie beispielsweise Lungenentzündungen. Zudem kann es dazu führen, dass Betroffene zu wenig essen oder trinken. Dadurch steigt das Risiko für Mangelernährung, Flüssigkeitsmangel und eine geringere Lebensqualität. Schluckbeschwerden zeigen sich häufig durch Schmerzen beim Schlucken, ein Druck- oder Kloßgefühl im Hals, häufiges Husten beim Essen oder Trinken, wiederkehrende Atemwegsinfekte oder dadurch, dass bestimmte Lebensmittel gemieden werden. Durch logopädische Therapie können Anpassungen der Speisen, Haltungsänderungen und gezielte Schluckübungen dazu beitragen, dass Essen und Trinken sicher und gleichzeitig genussvoll bleiben. Fachkompetente Logopäd*innen unterstützen Betroffene dabei - bestens ausgebildet an FH Gesundheitsberufe OÖ:

Das Lehrveranstaltungsangebot im Bachelor Studiengang Logopädie der FH Gesundheitsberufe OÖ wurde überarbeitet und speziell zum Themenkomplex Schluckstörungen um zwei wesentliche Punkte erweitert: zum einen um verstärkten theoretischen Input für zugrundeliegende Mechanismen, zum anderen durch gezielte Praxiseinheiten. Durch das bewusste Einfühlen in die Situation gewinnen die Studierenden ein tieferes Verständnis.

Praxisnachmittag im Klinikum: Lernen direkt bei Patient*innen

Im Mittelpunkt steht eine neu entwickelte integrierte Lehrveranstaltung, die Theorie und Praxis von Beginn an verbindet. Die Studierenden erleben das Schlucken verschiedener Nahrungsmittel bewusst, analysieren Lehrvideos, welche Einblicke in den Schluckvorgang und wichtige Therapieübungen geben, besprechen reale Fallbeispiele und sammeln Erfahrungen im Rahmen eines Praxisnachmittags.

In kleinen Gruppen gehen die Studierenden direkt auf die Stationen und sind bei einer klinischen Schluckuntersuchung dabei. Danach wenden sie unter Anleitung von Logopäd*innen verschiedene Hilfstechniken und Schluckübungen direkt bei Patient*innen an. Auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Physio- und Ergotherapeut*innen, Diätolog*innen, Pflegefachkräften sowie dem ärztlichen Personal ist von zentraler Bedeutung und wird den Studierenden vermittelt.

Anschließend vertiefen sie die Inhalte. Sie verkosten Zusatznahrung, die auf die Bedürfnisse der Patient*innen abgestimmt ist, und testen Methoden des internationalen IDDSI-Standards. Dieser Standard beschreibt, wie fest oder flüssig Lebensmittel sein sollen, damit das Essen und Trinken gut schluckbar sind.

Die Dysphagietherapie lebt von praktischen Erfahrungen und der Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen. Schluckstörungen sind komplex. Erst die Verbindung von Wissen und Praxis ermöglicht eine sichere Behandlung.

Angelika Mair

Leitende Logopädin am Neuromed Campus, Nebenberuflich Lehrende an der FH Gesundheitsberufe OÖ
Zitat

Öffentlichkeit sensibilisieren

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, wie verbreitet Schluckprobleme sind: Bis zu 75 Prozent der Menschen nach einem Schlaganfall sind betroffen. Bei Menschen mit Parkinson-Krankheit können es sogar bis zu 82 Prozent sein. Selbst bei gesunden Menschen über 70 Jahren zeigen mehr als 50 Prozent leichte Einschränkungen der Schluckfunktion.

Schlucken ist mehr als nur Nahrungsaufnahme: Es bedeutet Genuss, soziale Interaktion und Lebensfreude.

Susanne Beham, MHPE

Lehr- und Forschungspersonal Studiengang Logopädie an der FH Gesundheitsberufe OÖ
Zitat
Durch eine fundierte Ausbildung können wir die Verantwortung übernehmen, Menschen mit Schluckstörungen eine qualitativ hochwertige, evidenzbasierte und zugleich menschlich zugewandte Versorgung zu ermöglichen. Es geht um mehr als Wissen – es geht um Würde, Sicherheit und Lebensqualität.

Doris Detter-Biesl BSc MSc

Studiengangsleitung Logopädie an der FH Gesundheitsberufe OÖ
Zitat

Die FH Gesundheitsberufe OÖ zeigt damit, wie gute Ausbildung wirkt: praxisnah, alltagsnah und mit direktem Nutzen für die Versorgung von Menschen.

Fachlicher Kontakt

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