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Vom zweiten Bildungsweg zum Studium: Wie Durchlässigkeit in der Pflege funktioniert

Mehrere Personen in weißer Pflegekleidung stehen und gehen in einem modern ausgestatteten Pflege-Übungsraum. Im Vordergrund steht eine Person mit dem Rücken zur Kamera neben einem Pflegebett. Im Hintergrund gehen zwei weitere Personen aufeinander zu. Links im Bild steht eine weitere Person. Der Raum verfügt über große Fenster, Pflegebetten und medizinische Ausstattung für Unterricht und praktische Übungen. Fotocredit: FH Gesundheitsberufe OÖ

Linz/Vöcklabruck. Mit 41 Jahren noch einmal neu starten. Für viele klingt das nach Risiko. Für Ivan Ljubić war es die richtige Entscheidung. Heute studiert er Gesundheits- und Krankenpflege und zeigt, wie durchlässig der Bildungsweg in der Pflege sein kann – von der Pflegefachassistenz bis zum Bachelor an der FH Gesundheitsberufe OÖ.

Der Wunsch, in die Pflege zu gehen, war schon lange da. Trotzdem arbeitete Ivan Ljubić viele Jahre in der Industrie, wo er für die Qualitätssicherung zuständig war. Es war eine sehr technische Tätigkeit, die ihn auf Dauer nicht erfüllte. Der entscheidende Impuls für die berufliche Neuausrichtung kam mit einem Tag der offenen Tür in der Krankenpflegeschule Vöcklabruck, wo ihm klar wurde: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Er ist froh den Schritt von der Industrie in die Pflege gewagt zu haben, denn er weiß nun, dass er genau im richtigen Beruf angekommen ist:

Denn es ist einfach ein schöner Beruf. Es ist einfach ein Beruf, wo so viel zurückkommt, und jeder Handgriff in der Pflege, den man macht, hat einen Sinn.

Ivan Ljubić

Student Bachelor Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege
Zitat

Schritt für Schritt weiter

Der Weg in die Pflege ist durchlässiger, als viele denken. Ein Einstieg in das Studium ist auch ohne Matura möglich. Über die Ausbildung zur Pflegeassistenz und weiter zur Pflegefachassistenz können Interessierte mit einem dreimonatigen PFA-Upgrade direkt in das dritte Semester des Bachelorstudiums Gesundheits- und Krankenpflege an der FH Gesundheitsberufe OÖ einsteigen. Darüber hinaus eröffnen sich weitere Möglichkeiten zur akademischen Weiterbildung, etwa über Hochschullehrgänge oder weiterführende Masterstudiengänge im Pflegebereich.
Auch Ivan Ljubić nutzte eine dieser Möglichkeiten und startete mit der Ausbildung zur Pflegefachassistenz an der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck. Dort merkte er schnell: Es geht noch mehr. Für ihn war klar, dass er sich weiterentwickeln will. Der nächste Schritt ins PFA-Upgrade führte ihn zur FH Gesundheitsberufe OÖ. Das Upgrade vermittelt Grundlagen im Pflegeprozess und im wissenschaftlichen Arbeiten. Es kombiniert Online- und Präsenzlehre und lässt sich gut in bestehende Ausbildungen integrieren. Besonders den Übergang in das Studium hat er als gut organisiert erlebt.

Ankommen im Studium

Der Einstieg ins dritte Semester des Bachelor Studiengangs Gesundheits- und Krankenpflege fiel ihm leicht. Besonders die Unterstützung durch Kolleg*innen und Lehrende gab ihm von Anfang an Sicherheit. 
Ein Buddy-System erleichterte ihm den Start. Bei diesem Buddy-System begleiten Studierende aus höheren Semestern die Neuankömmlinge und geben ganz informell Tipps zum Studienalltag weiter. Oft entstehen dabei nicht nur hilfreiche Kontakte, sondern auch Freundschaften fürs Leben. Für Ivan Ljubić war vor allem das Gefühl wichtig, von Anfang an dazuzugehören. Nach dem PFA-Upgrade stieg er 2025 ins dritte Semester des Bachelor Studiengangs Gesundheits- und Krankenpflege ein und wird so innerhalb von 4 Jahren von der Pflegefachassistenz einen Bachelorabschluss erreichen. Parallel zum Studium sammelt Ivan Ljubić bereits praktische Erfahrung und arbeitet in den Ferien am Ordensklinikum Linz.

Was Durchlässigkeit wirklich bedeutet

Für Ivan Ljubić ist Durchlässigkeit im Bildungssystem kein abstrakter Begriff, sondern gelebte Realität. Es geht um klare Strukturen, wenig Bürokratie und die Möglichkeit, ohne Umwege den nächsten Schritt zu gehen. Genau das hat er erlebt. Der Übergang von der PFA-Ausbildung ins Studium funktionierte für ihn nahtlos. Gleichzeitig betont er, dass es auch Eigeninitiative braucht. Wer den nächsten Schritt gehen will, muss bereit sein, Zeit und Energie zu investieren. Unterstützt wird das auch durch flexible Studienmodelle mit Online-Lehrveranstaltungen, die die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Studium erleichtern sollen. Für Ivan Ljubić war der Weg deshalb auf jeden Fall machbar.

Pflege braucht Entwicklung

Durch das Studium hat sich sein Blick auf den Pflegeberuf erweitert. Die praktische Arbeit bleibt zentral, wird aber durch einen wissenschaftlichen Zugang ergänzt. Im Studium erwerben Studierende Kompetenzen im evidenzbasierten Arbeiten. Das bedeutet, Entscheidungen in der Pflege auf gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse zu stützen. Auch Grundlagen in Statistik und Pflegeepidemiologie (Auswertung von Gesundheitsdaten bei Patient*innen) sowie Inhalte zur Anleitung von zukünftigen Pflegepersonen sind Teil der Ausbildung.

Warum braucht Pflege mehr akademische Ausbildung? Mit dem Hintergrundwissen des wissenschaftlichen Arbeitens kann man Dinge ganz anders hinterfragen und überprüfen. Außerdem verändert sich dadurch der Blickwinkel zu bestimmten Abläufen und gewohnte Handlungen werden reflektiert und kritisch hinterfragt.

Ivan Ljubić

Student Bachelor Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege
Zitat

Für ihn ist klar: Pflege entwickelt sich weiter. Und Lernen hört nie auf.
Die FH Gesundheitsberufe OÖ zeigt mit Angeboten wie dem PFA-Upgrade, wie Durchlässigkeit konkret funktionieren kann. Für Ivan Ljubić ist das der Schlüssel gewesen. Und vielleicht auch für viele andere.

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