KI kann viel - aber nicht hinhören: Die FH Gesundheitsberufe OÖ zeigt, warum Menschlichkeit unverzichtbar bleibt

KI, digitale Lernräume und Simulationen. Wer heute Menschen in Gesundheitsberufen ausbildet, muss lernen, den souveränen Einsatz digitaler Technologien mit gelebter Menschlichkeit zu verbinden. Wie das gelingt, zeigt der Masterlehrgang Hochschuldidaktik für Gesundheitsberufe an der FH Gesundheitsberufe OÖ.
Am 5. Oktober, dem Tag der Lehrer*innen, lohnt sich ein Blick auf Menschen wie Bettina Verena Großauer MHPE. An der FH Gesundheitsberufe OÖ begleitet sie angehende Lehrende und zeigt, wie digitale Werkzeuge und moderne Lernformen die Ausbildung bereichern immer mit dem Menschen im Mittelpunkt. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern vor allem darum, Vielfalt zu erkennen, Empathie zu leben und jedem Lernenden mit Respekt und Offenheit zu begegnen.
Wenn KI zum Trainingspartner wird
Ab Herbst startet an der FH Gesundheitsberufe OÖ ein neues Lehrprojekt, das den bewussten Umgang mit künstlicher Intelligenz (KI) in den Mittelpunkt stellt. Dabei geht es nicht nur um den Einsatz digitaler Tools sondern vor allem um die Frage: Wie können angehende Lehrende und Studierende im Gesundheitswesen KI souverän nutzen, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren? Regelmäßige Erfahrungen mit Chatbots sind daher unumgänglich. Die KI liefert schnell Ideen, spart Zeit und zeigt, wo digitale Unterstützung sinnvoll sein kann. Gleichzeitig lernen die Studierenden, kritisch zu hinterfragen, wie KI funktioniert, wo ihre Grenzen liegen und welche Auswirkungen sie auf die Kommunikation und das Vertrauen im Gesundheitsbereich haben könnte. Erste Tests zeigen, dass viele Systeme zwar neutral antworten, aber sie erkennen bei einfachen Fragestellungen oft nicht, ob eine Frau über zyklusbedingte Schmerzen spricht oder ein Mann über Rückenschmerzen. Schmerz ist nicht geschlechtsneutral, eine KI aber oft schon. Diese Auseinandersetzung fördert digitale Souveränität und Sensibilität, die Studierenden während der Ausbildung ins Praktikum und später in ihren Beruf mitnehmen. Sie lernen somit am Zahn der Zeit, dass Technik helfen kann, aber der menschliche Aspekt bleibt unersetzlich.
Eine KI kann vieles analysieren – aber sie merkt noch nicht, wenn ein Mensch verunsichert ist, sich überfordert fühlt oder jemanden einfach ein offenes Ohr braucht. Genau diese Sensibilität müssen Lehrende vorleben und an die nächste Generation weitergeben.
Lernen heißt erleben
Der digitale Wandel eröffnet viele neue Möglichkeiten. Doch entscheidend bleibt, dass Studierende lernen, mit Menschen in echten Situationen umzugehen und eigene Entscheidungen zu treffen. Deshalb üben sie im Studium nicht nur mit digitalen Tools, sondern auch mit Methoden, die Alltagssituationen erlebbar machen: schwierige Gespräche mit Angehörigen, die Biografie einer Patientin oder der Umgang mit Unsicherheit. Solche herausfordernden Momente werden gezielt geübt, denn sie gehören zum Berufsalltag dazu. So wird angehende Lehrende deutlich gemacht, wie wichtig es ist, sich offen, kritisch und reflektiert mit dem digitalen Wandel als Lehrperson auseinanderzusetzen, besonders im Kontext von Ausbildung und Menschlichkeit, Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein, Eigenschaften, die sie später an Pflege- und Therapieberufe weitergeben.
Digitale Technologien und Menschlichkeit schließen sich nicht aus – im Gegenteil: Sie schaffen neue, flexible Lernräume und unterstützen Lehrende dabei, professionell und zeitgemäß zu arbeiten!
Das Masterstudium Hochschuldidaktik für Gesundheitsberufe macht deutlich: Zukunftsorientierte Lehre verbindet moderne Technologien mit Menschlichkeit. Es vermittelt wichtige Fähigkeiten wie den sicheren Umgang mit digitalen Werkzeugen, den bewussten Einsatz von KI und eine offene Haltung gegenüber neuen Entwicklungen. Der berufsbegleitende Master richtet sich an Lehrende, Praxisanleitende und Führungskräfte im Bildungsbereich des Gesundheitswesens, die ihr Wissen vertiefen und die Ausbildung von morgen aktiv mitgestalten möchten. Wer hier studiert, trägt direkt dazu bei, dass künftige Expert*innen professionell, empathisch und gut vorbereitet in den Beruf starten und damit die Gesundheitsversorgung von uns allen stärken.
Fachlicher Kontakt
Bettina Verena Großauer MHPE
Mitglied des Lehr- und Forschungspersonals, Forschungskoordination, Mediendidaktik Koordination





