Bachelorarbeit an der FH Gesundheitsberufe OÖ untersucht achtsames Essen bei Mehrgewicht

Linz. Eine Bachelorarbeit im Studiengang Diätologie rückt ein aktuelles Thema in den Mittelpunkt. Elisa Erlinger, Absolventin dieses Studiums untersuchte in ihrer Bachelorarbeit, wie achtsames Essen das Gewichtsmanagement von Menschen mit erhöhtem Body-Mass-Index beeinflusst. Grundlage der Arbeit war die Analyse von fünf wissenschaftlichen Studien zum Konzept des sogenannten Mindful Eating. Die Ergebnisse zeigen: Achtsames Essen führt nicht unbedingt zu Gewichtsabnahme. Es kann jedoch das Essverhalten deutlich verbessern und Menschen helfen, langfristig bewusster mit der Ernährung umzugehen.
Die Ursachen für Mehrgewicht sind vielfältig. Ernährung und Bewegung spielen eine Rolle. Ebenso genetische Faktoren, Hormone, Stress oder psychische Belastungen. Auch soziale Umstände können das Körpergewicht beeinflussen. Diäten gelten für viele als Weg, um Gewicht zu reduzieren. Häufig folgt nach einer Gewichtsabnahme jedoch eine erneute Gewichtszunahme. Fachleute sprechen hier vom sogenannten Jo-Jo-Effekt oder Weight Cycling. Dieses ständige Auf und Ab kann körperlich und psychisch belastend sein.
Achtsames Essen als anderer Ansatz
Das Konzept des achtsamen Essens setzt an einem anderen Punkt an. Mindful Eating bedeutet, Hunger und Sättigung bewusst wahrzunehmen. Ebenso Gefühle, die das Essverhalten beeinflussen. Ziel ist es, Essmuster zu erkennen und schrittweise zu verändern.
Mit diesem Ansatz beschäftigte sich auch Elisa Erlinger im Rahmen ihrer Bachelorarbeit im Studiengang Diätologie an der FH Gesundheitsberufe OÖ. Sie analysierte fünf wissenschaftliche Studien, die untersuchten, wie achtsames Essen das Gewichtsmanagement bei Menschen mit erhöhtem Body-Mass-Index beeinflusst.
Die Auswertung der Studien zeigt unterschiedliche Ergebnisse. Nur eine Studie konnte eine klare Gewichtsreduktion nachweisen. In den meisten Studien blieb der Effekt auf das Körpergewicht statistisch unklar. Deutlich sichtbar waren jedoch Veränderungen im Essverhalten. Emotionales Essen nahm ab. Essanfälle wurden seltener. Auch die Selbstregulation der Teilnehmenden verbesserte sich.
Achtsames Essen ist für mich ein Weg zu mehr Selbstfürsorge, bewussterem Verhalten und einem neuen Gesundheitsverständnis.
Elisa Erlinger, BSc
Absolventin des Bachelorstudiengangs Diätologie an der FH Gesundheitsberufe OÖDiese Veränderungen des Essverhaltens gelten als wichtig für langfristige Stabilität. Sie können helfen, Rückfälle in alte Essmuster zu vermeiden. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse zeigen zudem, dass Achtsamkeit die Wahrnehmung von Körpersignalen stärken kann. Fachleute sprechen hier von interozeptiver Sensibilität, also die Fähigkeit, Signale des eigenen Körpers wahrzunehmen und richtig zu deuten.
Respektvoller Umgang mit Menschen mit Mehrgewicht
Ebenso wichtig ist ein respektvoller Umgang mit Menschen, die von Mehrgewicht betroffen sind. Viele Betroffene erleben Vorurteile im Alltag, im Beruf oder im Gesundheitssystem. Fachleute sprechen von Weight Stigma. Diese Form der Diskriminierung kann psychisch belasten und sogar gesundheitliche Folgen haben. Für die Praxis bedeutet das: Achtsames Essen ist kein kurzfristiges Diätprogramm. Es ist ein Ansatz, der Menschen unterstützen kann, ihr Essverhalten langfristig bewusster zu gestalten und ihre Selbstwahrnehmung zu stärken. Die Rolle der Diätologie beginnt hier bereits in der Anamnese, weil individuelle und Lifestyle Faktoren, sozialer und sozioökonomischer Hintergrund erhoben werden und nach Festlegung der Therapieziele ein Tool zur Umsetzung angeboten wird.
Eine fundierte Expertise zum Bedarf und der tatsächlichen Zufuhr an Kalorien und Nährstoffen ist wichtig. Im Rahmen der Therapie und Beratung sind Tools erforderlich, die den betroffenen Personen den Alltag erleichtern und das Ziel realistisch erreichbar machen. Hier kann das Konzept von Mindful Eating eine sinnvolle Möglichkeit bieten.
Klaus Nigl MA
Studiengangsleitung Diätologie an der FH Gesundheitsberufe OÖIm Studium der Diätologie an der FH Gesundheitsberufe OÖ beschäftigen sich Studierende intensiv mit diesen Themen. Sie lernen, wissenschaftliche Erkenntnisse zu analysieren und in die Praxis zu übertragen. Ziel ist eine professionelle und respektvolle Beratung von Menschen mit unterschiedlichen Ernährungsbedürfnissen.
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Klaus Nigl MA
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