Stich für Stich – ergonomisch gesundes Arbeiten am Näharbeitsplatz

Gesundes Handwerk: FH-Studierende beraten Quilterin Juliane Beham zur Ergonomie am Arbeitsplatz
Präzise Handarbeit erfordert nicht nur Konzentration, sondern belastet bei stundenlanger Nutzung von Näh- und Schneidetischen auch den Bewegungsapparat. Um körperlichen Beschwerden vorzubeugen, führten fünf Ergotherapiestudierende der FH Gesundheitsberufe OÖ eine individuelle Ergonomieberatung bei der selbstständigen Quilterin Juliane Beham in ihrem Atelier in Blindenmarkt durch.
Im Mittelpunkt des Projekts stand die praxisnahe Analyse der bestehenden Näharbeitsplätze. Die angehenden Ergotherapeutinnen erarbeiteten konkrete Inhalte zur Optimierung von Körperhaltung, geeigneten Sitzmöglichkeiten sowie von Arbeitsabläufen.
Ziel der Beratung war es, Verständnis für ergonomische Zusammenhänge im Handwerksalltag zu vermitteln und zu vertiefen sowie maßgeschneiderte Lösungen für den Berufsalltag der Textilgestaltung aufzuzeigen.
Handwerkliches Arbeiten ist seit jeher eng mit der Ergotherapie verbunden und erlebt heute wieder eine zunehmende Wertschätzung. Gerade in der Vorweihnachtszeit, in der traditionelle Handwerkstechniken und kreatives Gestalten einen besonderen Stellenwert haben, wird deutlich, wie eng bedeutungsvolle Betätigung mit kulturellen Traditionen, persönlichen Erinnerungen und gesellschaftlicher Teilhabe verknüpft ist. Aus ergotherapeutischer Sicht steht dabei nicht allein das fertige Werkstück im Mittelpunkt, sondern vor allem der Schaffensprozess, der individuelle Fähigkeiten fördert, persönliche Ressourcen stärkt und das Erleben von Selbstwirksamkeit ermöglicht.
FH-Prof.in Mag.a Sabine Dielacher
Studiengangsleitung der Ergotherapie an der FH Gesundheitsberufe OÖ



