Doktortitel nach erfolgreicher langjähriger Forschung für Physiotherapeutin Margit Eidenberger

Steyr. Nach fünfjährigem nebenberuflichen Studium an der Johannes Kepler Universität Linz konnte Mag. Dr. Margit Eidenberger, Mitglied des Lehr- und Forschungspersonals Physiotherapie an der FH Gesundheitsberufe OÖ, Studiengang Physiotherapie, dieses nun mit einem Doktorat in Geistes- und Kulturwissenschaften abschließen. Ihr für einen Gesundheitsberuf ungewöhnlicher wissenschaftlicher Werdegang zeigt, dass es verschiedene Möglichkeiten der Qualifizierung für Forschung geben kann.

Für ihre Dissertation mit dem Titel „Schuhmacher – Handwerk in der Krise? Eine historische Analyse“ analysierte Margit Eidenberger die Entwicklung des Schuhmacherhandwerks in der österreich-ungarischen Monarchie ab 1870 sowie in der Ersten Republik. In der Arbeit wurde u. a. eine bis dato nicht-ausgewertete Quelle aus dem Jahr 1902 quantitativ bearbeitet, welche die Lebensumstände und die wirtschaftlichen Probleme des zu dieser Zeit am weitesten verbreiteten Handwerks der Doppelmonarchie zeigte. In einem weiteren qualitativen Teil wurden Interviews mit Schuhmachern in verschiedenen Bundesländern geführt, um die heutige Situation zu skizzieren.

Lehre – Praxis – Forschung und unterschiedliche Wege der Forschungsqualifizierung

Margit Eidenberger ist seit 2010 Mitglied des Lehr- und Forschungspersonals am Studiengang Physiotherapie in Steyr und betreibt eine physiotherapeutische Praxis. Vor dem Doktoratsstudium absolvierte sie bereits nebenberuflich ein Magisterstudium der Kultur- und Sozialanthropologie in Wien. Als ausgewiesene Expertin in der Lymphdrainage zählt dieses Thema ebenso zu ihren Lehrveranstaltungen wie wissenschaftliches Arbeiten. Sie veröffentlichte bereits zahlreiche Beiträge in Journals und bei Kongressen und war an mehreren Forschungsprojekten des Studiengangs maßgeblich beteiligt (u.a. Manuelle Lymphdrainage bei angeborenen Gefäßstörungen, Einzelfallstudie in Kooperation mit dem Krankenhaus Steyr). Ihre umfassenden Kompetenzen in Lehre, Praxis und Forschung qualifizieren sie für ihre vielfältigen Tätigkeitsbereiche an der FH Gesundheitsberufe OÖ und v.a. für den wissenschaftlichen Sektor. Da Gesundheitswissenschaften nicht universitär verankert sind, bestehen verschiedene Wege, um eine akademische Qualifikation für die Forschung zu erwerben. Dies hat Margit Eidenberger eindrucksvoll bewiesen und durch das abgeschlossene Doktorat umfangreiche Methodenkompetenzen für selbständiges wissenschaftliches Arbeiten erworben, die sie nun einerseits in der Lehre mit der Gründung und Fortführung des Journal Clubs an der FH Gesundheitsberufe OÖ einsetzt, andererseits in der Praxis durch ihr Spezialgebiet der Lymphdrainage.

Neue Projekte

„Ein Dissertationsstudium nebenberuflich zu absolvieren, erfordert viel Engagement und Organisationsfähigkeit. Das schätze ich an Margit Eidenberger und gemeinsam gratuliert ihr das Physiotherapie-Team sehr herzlich“, gratuliert Standortleiterin Elisabeth Eckerstorfer, MA. Nach ihrer Promotion widmet sich Margit Eidenberger nun wieder vermehrt anderen wissenschaftlichen Projekten in Zusammenhang mit medizinischen und/oder hochschulausbildungsbezogenen Fragestellungen. Abgesehen von einer Übersichtsarbeit zum Thema „Patient Related Outcome Measures“ ist auch eine empirische Untersuchung zum Thema „E-Learning in der Physiotherapie“ geplant. „Mit dem Ausbau einer leistungsfähigen Forschung, die die bestehenden Potentiale der Gesundheitsberufe wissenschaftlich festigt und entsprechend den sich wandelnden Anforderungen weiterentwickelt, wird die Bedeutung der Gesundheitsberufe wachsen“ bekräftigt Mag. Dr. Sylvia Öhlinger, Leitung Forschung und Entwicklung sowie Hochschulkollegium der FH Gesundheitsberufe OÖ die Wichtigkeit der wissenschaftlichen Expertise in Gesundheitsberufen.

Doktortitel nach erfolgreicher langjähriger Forschung für Physiotherapeutin Margit Eidenberger

Eidenberger (2016)

Letzte Aktualisierung: 21. Oktober 2019