Presseaussendung 8. April 2021 - Ernährungsberatung - vom traditionellen Präsenzgespräch zur Teleberatung

Studierende macht eine diätologische Teleberatung über Laptop und Videokonferenz und zeigt dabei auf eine Tabelle. (Fotocredit: Studiengang Diätologie)

Wie sich die Haltung „Teleberatung – das mache ich auf keinen Fall!“ bis hin zu „So kann ich mir sogar meinen späteren Berufsalltag vorstellen“ innerhalb von drei Monaten gewandelt hat.

Häufig wird die aktuelle Pandemie als Treiber der Digitalisierung bezeichnet, gibt es doch kaum einen Bereich unseres täglichen Lebens, der davon nicht betroffen ist. In der FH Gesundheitsberufe OÖ wurde diese Herausforderung vom ersten Tag an äußerst erfolgreich bewältigt und der Lehr- und Forschungsbetrieb innerhalb kürzester Zeit auf online umgestellt. Die Studierenden schätzten es sehr, ohne merkliche Verzögerung weiterstudieren zu können. Zwar wurden Vorlesungen, Prüfungen und Teamarbeiten im Online-Modus schnell zur Routine, trotzdem stand man im Studiengang Diätologie bald vor einer neuen Herausforderung. Denn üblicherweise werden die Studierenden im 3. und im 4. Semester im Rahmen von supervidierten Ernährungsberatungen auf den Einsatz in Krankenhäusern oder Rehazentren vorbereitet. Es gilt, das dichte Wissen sowie komplexe Zusammenhänge und Abläufe in eine klar verständliche Sprache zu bringen, um die Klient*innen bestmöglich zu informieren und somit zu unterstützen. Und das findet normalerweise in Präsenzgesprächen statt.

Digitale Ernährungsberatung

Als jedoch im Laufe der Pandemie und ihrer Auswirkungen klar wurde, dass Präsenzveranstaltungen jeglicher Art unmöglich sind, wagte man im Studiengang den Schritt hin zu diätologischen Teleberatungen. Die Umstellung war groß, sowohl für die Klient*innen, Studierenden und Lehrende, gab es doch kaum Erfahrungs- und Vergleichswerte. Für eine diätologische Teleberatung braucht es mehr als zwei Computer, WLAN und Webcam. Die Ernährungsberatung muss im Vorfeld mit immensem Aufwand sehr detailliert geplant werden, es gilt alle notwendigen Utensilien vorzubereiten und technische Belange mit den zu Beratenden zu klären und ggf. weitere Hemmnisse zu überwinden.

Großer Erfolg trotz hohem Aufwand

Für den Studiengang Diätologie hat sich der Aufwand gelohnt. Nachdem die Studierenden innerhalb der Lehrveranstaltung das Setting der Teleberatung geübt hatten, wurden aus dem familiären und privaten Umfeld Freiwillige rekrutiert, die sich für die online-Ernährungsberatung zur Verfügung stellten. Die durchgeführten Beratungen wurden von allen Beteiligten als Bereicherung erlebt. Wenngleich sich die Klient*innen zu Beginn etwas skeptisch zeigten, so war aus den Rückmeldungen durchwegs zu hören, dass sie sich schnell mit den Gegebenheiten vertraut machen konnten. Sie fühlten sich gut verstanden, äußerst kompetent beraten und waren sehr dankbar für diese Form der Ernährungsberatung, die andernfalls nicht hätte stattfinden können. Positiv angemerkt wurde die zeitliche und räumliche Unabhängigkeit der Beratung, für die das Zuhause nicht verlassen werden musste, was insbesondere in den Lockdown-Zeiten von Vorteil war und auch Klient*innen in Quarantäne nicht ausschloss. Digitale Teleberatungen könnten daher einen positiven Einfluss auf die Bereitschaft präventive und/oder therapeutische Gesundheitsdienstleitungen online in Anspruch zu nehmen haben.

Gut gemeisterte Herausforderung für Studierende

Die Studierenden meisterten die ersten Ernährungsberatungen im neuen digitalen Format mit Bravour und sie gehen gestärkt aus dieser neuen Situation in die nun bevorstehenden Praktika. Sie haben gelernt, sich einer neuen Situation zu stellen und diese professionell zu bewältigen und dabei ihre fachlich-methodischen Kompetenzen ebenso einzubringen wie ihre sozial-kommunikativen, nur eben “anders”. Mag. Elisabeth Farmer, Lehrende am Studiengang und verantwortlich für Planung und Durchführung dieser Lehrveranstaltung ist überzeugt: “Die Studierenden sind bestens für die Ernährungsberatungen gerüstet – egal ob in Präsenz oder online.” Und Simone Samhaber, Studierende im 4. Semester berichtet: “Grundsätzlich hätte ich die Beratung gerne persönlich mit meiner Patientin durchgeführt, aber trotz dieser Umstände gefiel mir die Onlineberatung schlussendlich sehr gut. Ich sehe diese Art der Kommunikation als eine praktikable Methode für die Zukunft und kann mir sehr gut vorstellen, dass ich in meinem späteren Arbeitsleben ebenfalls Beratungen auf diese Art und Weise durchführen werde.“

Notwendige Kompetenz für die Zukunft

Den Verantwortlichen am Studiengang ist die Lage am Arbeitsmarkt gut bekannt, freie Stellen für Diätolog*innen sind rar. Daher ist es unabdingbar, Studierende auf aktuelle Anforderungen vorzubereiten und neue skills im Umfeld des Hochschulbetriebes zu lehren und zu erlernen. Mit der erfolgreichen Umsetzung des Pionierprojektes „Teleberatung im Studiengang Diätologie“ wurde ein wesentlicher Beitrag geleistet, die Jobaussichten für die angehenden Diätolog*innen zu verbessern bzw. sie für neue Tätigkeitsgebiete zu rüsten.

Studierende macht eine diätologische Teleberatung über Laptop und Videokonferenz und zeigt dabei auf eine Tabelle. (Fotocredit: Studiengang Diätologie)
Studierende macht eine diätologische Teleberatung über Laptop und Videokonferenz und zeigt dabei auf eine Tabelle.

(Fotocredit: Studiengang Diätologie)

Kontakt allgemein:

Kontakt fachlich:

  • Klaus Nigl
    Klaus Nigl M.A.
    Studiengangsleitung, Marketingkoordination
    Lehrveranstaltungen: Gemeinschaftsverpflegung, Ernährungsökologie, Lebensmittelkunde, Lebensmitteltechnologie, Berufskunde, Immunonutrition, Klinische und praktische Diätetik Rheumatologie, Beratungstechnik Rheumatologie, Trends in der Ernährung
    übergreifende Lehrveranstaltung: Berufsbilder und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Gesundheitswesen
    +43 50 344 22110